Pflegeplan 

Die wiederkehrenden Unterhaltsarbeiten im Reussdeltagebiet werden in einem Pflegeplan festgehalten, der die Bewirtschaftung der einzelnen Biotope auf die spezifischen Schutzziele ausrichtet. So werden beispielweise verschiedene Riedflächen nur alle zwei Jahre geschnitten, wodurch wichtige Strukturen für Kleinlebewesen über den Winter erhalten bleiben. Zudem werten gezielte Pflegemassnahmen beeinträchtigte Lebensräume wieder auf. So sorgt der Pflegeplan für einen langfristigen Erfolg der Schutzbemühungen.

 
Bewirtschaftungsverträge 

Rund ein Dutzend Landwirte, die mit dem Kanton separate Bewirtschaftungsverträge abgeschlossen haben, beteiligen sich an der Pflege der ausgedehnten Riedwiesen im Reussdeltagebiet. Die Verträge dauern in der Regel sechs Jahre und bestimmen die jeweiligen Arbeiten. So tragen echte Profis zum Erhalt der Natur bei.

 
Seeuferreinigung und spezifische Unterhaltsarbeiten 

Gewisse Arbeiten im Reussdelta müssen nicht regelmässig erledigt werden, sondern erst bei Bedarf. Dazu zählen beispielsweise die Seeuferreinigungen nach einem Unwetter, der Unterhalt der verschiedenen Inseln, der Grabenunterhalt, die Bekämpfung von Problempflanzen, Amphibienschutzmassnahmen oder die Gehölzpflege.

Für diese Zwecke werden verschiedene Arbeitseinsätze organisiert, durchgeführt vom Maschinenring Uri oder von diversen Gruppen. Das Holz, das die Bäche angeschwemmt haben und schliesslich eingesammelt wird, steht später bei den Feuerstellen als Brennholz zur Verfügung.

 
Pilotversuch im Wyer-Weiher: Beweidung mit Schottischen Hochlandrindern 

Wyer-Weiher

Die Wyer-Weiher, auch Limikolen-Teiche genannt, haben spezifische naturschützerische Förderziele. Die Anlage von flachen Gewässern soll Limikolen (Watvögel, die im Schlick nach Nahrung suchen, z.B. Alpenstrandläufer, Säbelschnäbler oder Bruchwasserläufer) als Lebensraum dienen.

Sie benötigen das Flachwasser während den Zugzeiten im Spätsommer und im Frühling.

 

Beweidung

Die Schottischen Hochlandrinder helfen mit, die Wasserflächen offen zu halten und der Verlandung entgegen zu wirken. Die Rinder fressen die Ufervegetation insbesondere auch unerwünschte Pflanzen wie Schilf und die Goldrute (invasiver Neophyt), welche die wertvollen Wirtspflanzen verdrängen. Durch das Niedertreten der Vegetation entstehen laufend neue Biotope. Die Schottischen Hochlandrinder werden im Frühling und Herbst für vier bis sechs Wochen die Fläche im Reussdelta beweiden.