Das Reussdelta ist grösstenteils Naturschutzgebiet. Drei Zonen sorgen für den Schutz der sensiblen Tier- und Pflanzenwelt des Reussdeltas – den genauen Verlauf der Zonen sehen Sie auf dem detaillierten Schutzzonenplan.

Insekten und sonstige Tierarten

Zu einem intakten Ökosystem gehören auch die Insekten, und von diesen gibt es im Reussdelta einige, trotz den lückenhaften Belegen: Libellen, Tagfalter, Nachtfalter, Käfer und Stechimmen, also Bienen und Wespen, leben hier. Dokumentiert sind auch verschiedene Vorkommen von Strudelwürmern, Wasserasseln, Muscheln und Schnecken im Uferbereich sowie im Flachwasser des Deltas. Als besondere Arten seien der Grosse Fuchs, die Gebänderte Heidelibelle oder die Sägehornbiene erwähnt.

Gebänderte Heidelibelle Bild: Heinz Suter

Fische

Nicht nur im See, auch in den Wassergräben des Reussdeltas leben Fische – rund 30 verschie-dene Arten gibt es hier, darunter zwei der stark gefährdeten Arten in der Schweiz: Das Bach-neunauge weist starke Populationen in der Alten Reuss, im Klostergraben und im Giessen auf; die Seeforelle nutzt vor allem die renaturierten Bachläufe Klostergraben, Giessen und Dorfbach als wichtige Laichhabitate.

Bachneunaugen Bild: Urs Wüthrich

Vögel

Die ausgedehnten Riedwiesen und Auenwälder des Reussdeltas bieten einen ergiebigen Lebensraum für viele Vogelarten. Seit 1991 führt deshalb hier die Schweizerische Vogelwarte Sempach mit Hilfe einheimischer Ornithologen regelmässig Aufnahmen des Brutvogelbestandes durch und konnte dabei nicht weniger als 225 verschiedene europäische Vogelarten nachwei-sen, darunter auch einige gefährdete Arten wie etwa den Flussregenpfeifer.

Reptilien

Vier verschiedene Reptilienarten, also Kriechtiere, leben im Reussdelta. Die Ringelnatter, die in den Kleingewässern der Riedwiese lebt, die Blindschleiche, die in Böschungen und am Wald-rand zuhause ist, sowie die Zaun- und Mauereidechse. Vermutet werden auch die Mooreidechse und die Schlingnatter, sie konnten jedoch bis heute nicht nachgewiesen werden.

Amphibien

Amphibien sind Tiere, die sowohl an Land wie auch im Wasser leben. Das Reussdelta bietet zahl-reichen Vertretern dieser Gattung einen wichtigen Lebensraum. Und das ist nötiger denn je! Belegten früher Bestandsaufnahmen noch das Vorkommen von acht verschiedenen Amphibien, konnten bei der letzten Erhebung im Jahr 2008 nur noch deren vier nachgewiesen werden. Die Erdkröte, die Gelbbauchunke, der Teichmolch und der Alpensalamander waren verschwunden. Dennoch oder gerade deswegen ist das Reussdelta ein Amphibienlaichgebiet von nationaler Bedeutung und der Schutz sowie die Förderung seiner Amphibien ist ein Schwerpunkt künftiger Naturschutzarbeiten.

Bild: Urs Wüthrich